Enteignungs-Oper „Grunewalddämmerung“

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Eröffnungsrede vom 05.09.20, in voller Länge:

Sehr geehrte Grunewalder:innen, Berliner:innen und Angereiste

Ich freue mich, dass sich solch ein vielfältiges Publikum zusammengefunden hat. Den Grunwalder:innen die sich jetzt noch hinter den Zäunen ihrer Villen verstecken oder Abseits stehen ruf ich zu:

Kommt dazu! Es betrifft euch!

Das Quartiersmanagement Grunewald arbeitet für ein Gutes Leben für Alle! Und Alle heißt wie es das Grundgesetz formuliert: unabhängig von Geschlecht, der Abstammung, der Sprache, der Heimat und Herkunft, des Glaubens, religiösen oder politischen Anschauungen oder Behinderungen. Es schließt Sie also mit ein, werte Grunewalder:innen!

sDoch so universell der Anspruch des Guten Leben, so weit sind wir von dessen Realisierung entfernt. Ganz im Gegenteil erleben wir gerade eine Abfolge von wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und gesundheitlichen Krisen, die immer mehr Menschen vom Guten Leben ausschließt. Umgekehrt schließen sich die Letzten, denen noch ein unbesorgtes Leben möglich ist, ein. Die Zäune und Mauern wachsen, die Toranlagen werden fest verschlossen! Egal ob an den europäische Außengrenzen oder hier im Grunewald – es ist das gleiche Prinzip!

Liebe Grunewalder:innen sie leben hinter Zäunen und Toranlagen! Kommen Sie heraus und stellen sie sich der Realität! Eine weitere Verweigerung ihrerseits kann dramatische Folgen haben!

Schauen wir in die Geschichte. Weder der Zaun des Winterpalais oder die Mauern von Versailles haben die gesellschaftlichen Realitäten aussperren können. Denken sie an die tragischen Schicksale von Zar Nikolaus dem Dritten der Erschossen wurde oder Marie Antoinette die Enthauptet wurde. Das wünsche ich Niemanden.

Schauen wir in die Geschichte. Diese blutigen Umwälzungen waren das Ergebnis einer gesellschaftlichen Krisensituation in der der Großteil der Bevölkerung vom Guten Leben ausgeschlossen war obwohl die Mittel dafür in der Gesellschaft vorhanden waren. Die Verteilung des Eigentums, besser gesagt die groteske Ungleichmäßigkeit der Verteilung, hat es den damaligen Gesellschaften unmöglich gemacht, die Krisensituation ohne Blutvergießen zu bewältigen.

Um also nicht wieder den Moment zu verpassen und zu erleben wie die Geschichte am Zaun rüttelt müssen wir jetzt beginnen das Eigentum umzuverteilen! Ob Firmenbeteiligung, Aktien oder Immobilien – all dies muss Enteignet und in einem demokratischen Prozess umverteilt werden.

Die Vision ist einfach. Der Weg ist Klar.

Nur durch tiefgreifende Enteignung und demokratische Umverteilung können wir als Gesellschaft in Berlin, Deutschland und Weltweit die Krisen dieser Zeit bewältigen. Klimakatastrophe, Ausbeutung auf lokaler und globaler Ebene, Rassismus, Verdrängung und soziale Trennung, Erosion der hart erkämpften sozialen Rechte und endlose Kriege können nur im Kontext einer Umverteilung nachhaltig und friedlich angegangen werden.

Wir stehen also vor der Herausforderung: Demokratische Umverteilung oder Barbarei!

Liebe Grunewalder:innen sie sind Teil der aktuellen Probleme! Werden sie endlich Teil der Lösung! Das Quartiermanagement Grunewald betreut sie nun seit mehr als drei Jahren. Gibt mit Gesprächsangeboten und Hausbesuchen Gelegenheit die eigenen Eigentumsverhältnisse zu verstehen und loszulassen. Lassen sie sich nicht länger von Neoliberalen Knallchargen einreden sie wären die Leistungsträger dieser Gesellschaft oder geben sich sozialdarwinistischem Überlegenheitswahn hin wie er seit neustem im Angebot ist.

Liebe Grunewalder:innen verlassen sie ihre Traumschlösser! Hier und Jetzt bietet ihnen das Quartiersmanagement Grunewald die Möglichkeit, die transformative Kraft von demokratischer Umverteilung hautnah zu erleben! Es sind keine Vorkenntnisse nötig! Kommen sie dazu!

Aus der Nacht des abgezockten Kapitalismus, in den Morgen eines Guten Lebens für Alle!

Vorhang auf für die Grunewalddämmerung!

05. September auf dem Johannaplatz